Stellungnahme und Umgang mit 1-Euro-Jobs im BDP Hamburg
Christiane hat seit dem 12.11.2004 einen 1-Euro-Job mit 30 Stunden Arbeitszeit im BDP.
Sie sagt dazu:
Ich brauche die 210 Euro aus diesem Programm, weil ich als Arbeitslosenhilfe-Empfängerin nicht ausreichend Barmittel habe, einigermaßen über die Runden zu kommen. Vor allem nicht mit Kind, das keinen Unterhalt bekommt. Außerdem ist diese Summe anrechnungsfrei, es wird mir also nicht wie bei einem regulären Minijob das zuviel dazu verdiente Geld von der Hilfe abgezogen. Da ich lange für den BDP ehrenamtlich gearbeitet habe und die Arbeitsstrukturen kenne, kommt dieser 1-Euro-Job dem BDP doppelt zu Gute. In meinem Fall ist der Arbeitsgeber ein anderer gemeinnütziger Träger, der mich dem BDP überlässt. Wenn der BDP nun diesen 1-Euro-Job selbst verwalten würde, sähe die Rechnung für den BDP noch besser aus. Pro 1-Euro-Job bekommt ein Träger ca. 500,- Euro, davon ist ein Teil für Verwaltungsaufwand, 210,- Euro für den Arbeitslosen und ein weiterer Teil für Qualifizierung des Eingestellten. Der BDP ist als Träger aber zu klein um selbst Anträge für diese Art von Minijob zu stellen.
Da man sich als Träger die Leute aussuchen kann, besteht eigentlich nur eine geringe Gefahr, dass man jemanden einstellt der unqualifiziert ist oder keine Lust hat.
Was ich problematisch finde ist, wenn die Vermittler von 1-Euro-Jobs wie Arbeitsvermittlungs-agenturen (Zeitarbeit) arbeiten. Die Jobs sollten an und von gemeinnützigen Trägern vergeben werden und auch in diesem Bereich angesiedelt sein.
Auch andere Leute im und um den BDP Hamburg sprechen sich für 1-Euro-Jobs aus, wenn man bewusst und sozial an die Sache ran geht. Außerdem halten wir nichts von dem Argument, dass diese Jobs so demotivierend sind, dass die Eingestellten ihre Arbeit nicht ernst nehmen oder sich gar verweigern. Mensch möchte eben nicht zu Hause sitzen und auf das Arbeitslosengeld II warten, sondern sich bewegen und fit halten im Beruf. Viele Sozialpädagogen in einem gewissen Alter haben jede Menge Erfahrungen aber kaum noch Chancen auf reguläre Arbeit. Gerade im Bereich der Kinder- und Jugendkulturarbeit sind in den letzten Jahren viele Stellen gestrichen worden. Häufig ist die aufgebaute Gruppenarbeit für Ehrenamtliche allein gar nicht zu leisten.
Wir würden uns wünschen, eine so erfahrene Mitarbeiterin nach den 10 Monaten Laufzeit des
1-Euro-Jobs weiter beschäftigen zu können.
Deshalb fordern wir eine Verlängerung der Beschäftigung von Seiten des Arbeitsamtes über den August 2005 hinaus. Aus unseren eigenen Mitteln ist dies leider nicht finanzierbar.
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